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Donnerstag, 09. September 2010
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Geschrieben von Ralf   

Geschichte

Das Stadion wurde auf den Halden, die der Steinkohlenbergbau hinterlassen hat, errichtet.
Der Baubeginn geht zurück auf das Jahr 1937. Errichtet wurde die Arena von Sträflingen, die ihren Arbeitsdienst auf diese Weise "erledigen" durften. Durch den für die Nazis überraschenden Verlauf des 2. Weltkrieges, mußten die Arbeiten bis zum Ende des Krieges zeitweise unterbrochen werden. Der Stadionturm war die letzte größere Investition, welche die braunen Verbrecher vornahmen. Fertiggestellt wurde dieser 1940.
Ab 1945 wurde dann so gut als möglich weitergebaut. Im Jahr 1951 war das Stadion in seiner ursprünglichen Form fertig.Während der realsozialistischen Zeit im Osten wurde an der Anlage nur herumgeflickt. Diese Tatsache führte dazu, daß die wunderschön gelegene Arena mehr und mehr verfiel. Da die Halden, auf die das Stadion gebaut ist, sich nicht so verhalten wie "normaler" Baugrund, sackten Teile der Tribünen und der rund ums Spielfeld verlaufenden Radrennbahn mitunter meterweise ab. Dieser Umstand führte zur teilweisen Sperrung der Traversen. Auch Radfahrwettbewerbe konnten ab Anfang der Achtziger Jahre nicht mehr durchgeführt werden. Dafür wurde auf dem Stadiongelände eine Sommerrodelbahn(!) errichtet, auf der Spitzenrodler trainieren und Sommerrodelwettbewerbe mit internationaler Beteiligung stattfinden.
Nach dem Ende der DDR geht es dem Stadion, wie dem Verein der darin spielt, den Umständen entsprechend. Natürlich war erst einmal eine Umbenennung fällig. Ob es, gerade in Anbetracht der Geschichte, eine gute Idee war, Georgi Dimitroff als Namensgeber abzulösen, darüber muß jeder selbst befinden. Als erste bauliche Veränderung wurden, allerdings auf Drängen des DFB, neue Zäune rund ums Spielfeld gebaut. Zusätzlich wurden über den alten Traversen Stahlrohrtribünen errichtet. Das Fassungsvermögen verringerte sich dadurch von ca. 45000 auf 14200 Zuschauer. Als nächste Errungenschaft des Kapitalismus wurde eine neue Anzeigetafel eingerichtet. Danach wurden die Sitzplatztraversen rechts vom Turm grundlegend saniert, bevor der unter Denkmalschutz stehende Stadionturm selbst an die Reihe kam. Dort befinden sich jetzt u. a. auch der V.I.P.- Bereich, ohne den es im Fußball offensichtlich nicht mehr geht. Ein Vorstoß in neue Dimensionen wurde am 10.11.1997 getan, als im Spiel gegen den SC Freiburg (0:1), die neue Flutlichtanlage eingeweiht wurde. Angeblich die hellste Deutschlands!
Nachdem der FSV Zwickau aus der 2. Bundesliga abgestiegen war, wurde das Stadion praktisch dem Verfall preisgegeben. Selbst die Stahlrohrtribünen sind mittlerweile baufällig. Teile des Fundaments der Tribüne links des Turmes wurden nach Pilzbefall teilweise abgerissen und danach notdürftig mit Planen abgedeckt.
Ob die in letzter Zeit verstärkt zu beobachtenden Bemühungen einer grundlegenden Sanierung von Erfolg gekrönt sein werden ist vorerst fraglich. Denn vieles davon war sicher wieder nur Wahlkampfgetöse. Vielleicht geschieht aber ja auch das Wunder. Zu wünschen wäre es dem traditionsreichen Ort.

Für Fans

Bevor man das Stadion betreten will, sollte man sich eine Karte kaufen. Diese kostet zwischen 2 (Menschen bis 14 Jahre) und 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Eingang befindet sich auf der Geinitzstraße. Beste Sicht hat man aus dem Block F (Gegengerade) oder von der Halde, die leider seit Jahren gesperrt ist. Auswärtsfans haben einen eigenen Aufgang, der wahrscheinlich nicht zu verfehlen ist und zum Block J führt. Rollstuhlfahrer können direkt durch den Stadionturm in die Arena gelangen.
Das Programm zum Spiel heißt "FSV live". Der Werbeanteil liegt weit jenseits der 50% Marke und das Blatt wird grafisch halbwegs professionell gestaltet. Wenn man kein beinharter Sammler ist, kann man sich den Kauf des 1 Euro teuren Teils getrost klemmen.
Die Verpflegung im Stadion ist sehr besch...eiden. Nachdem "Wernesgrüner" nicht mehr Hauptsponsor des Vereins ist, gibt es mit dem angebotenen "Greizer" wenigstens wieder ein halbwegs trinkbares Bier im Wesa! Darüber hinaus im Angebot diverse alkoholfreie Getränke (COFASP) und natürlich die obligaten Brat-, Bock- und sonstwie Würstchen, "Bäffstäck", Wiegebraten sowie die Standard-Fischsemmel aus dem Verbundnetz. Vorsicht! Die angebotenen Heißgetränke sind nur unter Vorbehalt als genießbar zu bezeichnen. Zumindest ist das Zeugs in der Regel warm. Am angenehmsten nimmt man die kulinarischen Genüsse vor oder in der "Gaststätte am Stadion" zu sich. Die dort angebotenen Steaks kann man mittlerweile mit Genuss vertilgen. Falls man zur Roster greift ist ebenfalls eine solide Qualität garantiert. Wer nach dem Spiel noch Fernsehfußball gucken will, wird dort auch fündig. Der mobile Bockwurstverkäufer, der schon mal "Bockwürste für den Frieden" anbot, ist mittlerweile Geschichte. Seit dem Zweitliga-Abstieg wurde er nicht mehr gesichtet. Offensichtlich hat er seine Drohung vom Ende der letzten Zweitligasaison wahr gemacht und erscheint erst wieder, wenn der Ball in Zwickau wieder in der Bundesliga rollt.
Zwickau und seine Stadionsprecher! Ein ewiges Problem. Früher brachte uns der allseits geliebte Rainer Thümmler (legendär 1991 seine Drohung mit "den Genossen der deutschen Volkspolizei") um den Verstand. Ab der Rückrunde 1997/98 ist der Zwickauer Fußball um diese traurige Attraktion ärmer. Zwischenzeitlich übernahm Gerd Zimmermann den Job. Dann schien der FSV mit Lutz Pannasch dauerhaften Ersatz gefunden zu haben. Nach Querelen sprang er allerdings doch wieder ab. Die derzeitige Stimmungskanone versucht jede Woche aufs Neue erfolglos, die Anwesenden zum brüllen der Spielernamen zu animieren. Es ist ein Trauerspiel!
Die für Zwickauer Verhältnisse sensationellste Sache tut sich beim Einlaufen der Mannschaften. Es erklingen, viel zu leise, Salven der französischen Trommelpunks "Les Tambours du Bronx" vom legendären Album MONOSTRESS 225 L.
Leider krakeelt auch immer noch ein halbprofessioneller Sangesbruder unterstützt von seiner Band "FSV-DAS IST UNSER LEBEN!". Na hoffentlich nicht nur...
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 25. Juni 2008 )
 
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